Ich habe als Atheist die Bibel gelesen und das ist passiert

Du betrachtest gerade Ich habe als Atheist die Bibel gelesen und das ist passiert

Ich habe die Bibel gelesen & plötzlich ergab alles Sinn

Ich habe die Bibel gelesen und dabei etwas erkannt, womit ich selbst nicht gerechnet hatte:

Ich bin Gott.

Und nein, ich habe keine religiöse Psychose erlitten^^ Lass mich erklären: Dieser eine Gedanke hat mein Verständnis von Spiritualität, Manifestation und letztlich von meinem gesamten Leben verändert.

Nicht, weil ich jetzt religiös geworden bin. Ich bin nicht religiös aufgewachsen und hatte auch nie das Bedürfnis, mich einer bestimmten Religion anzuschließen. Ich habe eigentlich immer vermutet, dass die großen Weltreligionen in ihrem Kern auf etwas Ähnliches zeigen und dass vieles von dem, was Menschen später daraus gemacht haben, eben menschliche Interpretation ist.

Aber dazu komme ich gleich.

Denn um zu verstehen, warum ausgerechnet das Lesen der Bibel für mich so einschneidend war, muss ich ein Stück zurückgehen.

Ich war ungefähr mein ganzes Leben spirituell

Tarot begleitet mich seit mehr als zwanzig, fünfundzwanzig Jahren. Kartenlegen ist mein Job. Dazu kamen Magie, Astrologie, Okkultismus, Rituale, Rauhnächte, Schattenarbeit und irgendwann Manifestation mit den klassischen Methoden. You name it, ich hab’s gemacht!

Und ich habe mich nie nur oberflächlich dafür interessiert. Ich habe ausprobiert, gelernt, praktiziert und später selbst gelehrt. Vieles davon hat mein Leben bereichert und manches gehört bis heute dazu. Und trotzdem hatte ich schon lange dieses schwer zu benennende Gefühl… Da ist noch mehr.. Da muss noch mehr sein!

Mir fehlte der große Zusammenhang. Seit ich ein kleines Mädchen war, wollte ich des Pudels Kern verstehen.

Gerade die klassische Spiritualität ließ mich irgendwann mit einer Frage zurück, die immer größer wurde. Denn egal, wie viel man bereits verstanden oder bearbeitet hat, irgendwo wartet scheinbar das nächste Thema. Noch ein Glaubenssatz. Noch ein Muster. Noch etwas aus der Vergangenheit. Noch etwas im Unterbewusstsein. Noch ein Schatten, eine Blockade, ein Trigger oder eine Wunde.

Man kann Jahrzehnte damit verbringen, sich selbst aufzuarbeiten.^^ Und irgendwann fragte ich mich: Kann das wirklich der Sinn davon sein?!

Nicht, weil ich persönliche Entwicklung oder Heilung für wertlos hielt. Das tue ich bis heute nicht. Mich störte die Vorstellung, dass der Mensch offenbar nie fertig sein darf. Dass hinter jeder Schicht bereits die nächste wartet und das eigentliche Leben immer wieder auf später verschoben wird.

Erst noch das lösen, dann darf ich leben.

Selbst beim Tarot hatte mich etwas Ähnliches immer gestört

Ich habe meine Legungen wirklich gern gemacht und konnte sie auch immer mit reinem Gewissen anbieten. Vielleicht gerade deshalb, weil ich nie besonders viel mit dieser Art des Kartenlegens anfangen konnte, bei der jemand eine unumstößliche Zukunft verkündet. So und so ist es. So und so wird es kommen. (schrecklich) Das war nie mein Ansatz.

Meine Legungen waren fast immer lösungsorientiert. Natürlich wollten Kundinnen wissen, wie eine Situation aussieht, was ein Mensch denkt oder wie sich etwas entwickeln könnte. Aber mich interessierte immer auch: Was bedeutet das für dich? Was kannst du erkennen? Was kannst du daraus machen?

Und trotzdem habe ich über die Jahre auch etwas anderes erlebt. Menschen, die eigentlich nur noch wissen wollten, was passieren wird…

Die nächste Legung. Die nächste Antwort. Wieder dieselbe Frage. Wieder der Blick nach außen. Und manchmal keinerlei Interesse daran, selbst etwas daraus zu machen oder sich weiterzuentwickeln. (no front, nur was ich leider erlebt habe)

Das hat mich immer beschäftigt. Ich konnte damals noch nicht genau formulieren, was mich daran so störte. Ich wusste nur: Das kann nicht der Punkt von Spiritualität sein. Und trotzdem hatte ich die Antwort darauf noch nicht.

Dann hatte ich irgendwann so ziemlich alles von dem erreicht, was ich wollte

Mein Tarot-Business war aufgebaut. Auch in anderen Bereichen meines Lebens hatte ich vieles erreicht, was ich mir einmal gewünscht hatte.

Manifestation war für mich also kein Konzept, das ich frustriert verwarf, weil es „nicht funktioniert“ hatte. Ich kannte die Methoden, hatte sie benutzt, ich hatte Ergebnisse und vielleicht war genau das wichtig.

Denn irgendwann gab es kein großes nächstes Ding mehr, hinter dem ich herlaufen wollte. Stattdessen entstand eine kleine Sinnkrise.

Ich wusste schon länger, dass da mehr sein musste als Wünsche, Ziele, Methoden und die nächste Version meiner selbst. Und diesmal wollte ich keine neue spirituelle Technik.

Ich wollte Gott finden. Ich meine, wenn es noch eine letzte Instanz gibt, an die man sich in einer Krise wenden kann, dann wohl Ihn. Also begann ich, wie jeder normale Mensch in dieser Situation, die Bibel zu lesen.^^ Und dann passierte etwas.

Ich erkannte: Ich bin Gott

Und ich meine das nicht als hübschen spirituellen Satz. Auch nicht im Sinne von: Ich bin jetzt allmächtig und die Welt muss tun, was ich will. Es war viel fundamentaler.

Je mehr ich las und über Gott nachdachte, desto weniger ergab für mich die Vorstellung eines Gottes Sinn, der irgendwo außerhalb von mir existiert.

Denn wenn Gott wirklich Gott ist, wenn Gott alles ist, wenn alles aus Gott hervorgeht und nichts unabhängig von Gott existieren kann – wo genau sollte dann die Grenze verlaufen?

Hier Gott. Dort die Schöpfung.

Hier Gott. Dort ich.

Das konnte für mich nicht gleichzeitig wahr sein. Wenn Gott alles ist, kann ich nicht etwas sein, das außerhalb Gottes existiert. Naja und deswegen:

Ich bin Gott. (Und du auch)

Nicht meine Persönlichkeit.

Nicht mein Name.

Nicht mein Ego.

Nicht Juli als menschliche Figur, die nun das Universum kontrolliert.

Ich bin das Bewusstsein, die Quelle, die sich als dieser Mensch erfährt.

Und genau von diesem einen Gedanken aus begann sich alles andere zu ergeben: Wenn ich Gott bin, kann es keine Trennung geben. Das war die erste Konsequenz.

Ich kann nicht gleichzeitig sagen, Gott ist alles, und anschließend eine Wirklichkeit bauen, in der Gott hier und die Schöpfung dort existiert.

Und dann bin ich auch nicht von der Quelle getrennt. Ich muss mich nicht mit ihr verbinden, keinen Zugang zu ihr herstellen, oder hoffen, dass sie mich hört. Und ich muss auch nichts außerhalb von mir darum bitten, mir mein Leben zu geben.

Es gibt keine Trennung. Es gibt Unterschiede innerhalb unserer menschlichen Erfahrung. Natürlich. Aber keine zweite Quelle, kein wirkliches „Außerhalb“.

Und damit begann plötzlich auch mein bisheriges Verständnis von Manifestation zu wackeln.

Wenn es keine Trennung gibt, was versuche ich dann anzuziehen?! Klassische Manifestation baut sehr häufig genau auf dieser Trennung auf.

Ich bin hier. Mein Wunsch ist dort.

Und nun brauche ich einen Weg, um ihn zu mir zu bekommen.

Vielleicht durch Affirmationen, Visualisierung oder Scripting. Vielleicht muss ich mein Unterbewusstsein verändern, mein Self Concept verbessern, mein Nervensystem regulieren oder lernen, richtig loszulassen…

Die Methoden unterscheiden sich, aber plötzlich sah ich darunter immer dieselbe Ausgangslage: Etwas fehlt. Und ich muss etwas tun, damit es zu mir kommen kann.

Nur passte das für mich nicht mehr zu dem, was ich gerade erkannt hatte.

Wenn Gott alles ist, kann es kein tatsächliches „Dort“ außerhalb davon geben. Und wenn die Schöpfung innerhalb Gottes existiert, dann kann sie auch nicht darauf warten, von mir erst vervollständigt zu werden.

Damit kam die nächste Erkenntnis: Die Schöpfung ist bereits abgeschlossen. Und wenn die Schöpfung vollständig ist, erschaffe ich nichts. Dieser Gedanke hat mein Verständnis von Manifestation wahrscheinlich am stärksten verändert.

Ich muss nichts produzieren, was noch nicht existiert, keine Realität herstellen; ich muss nichts aus dem Nichts erschaffen oder zu mir ziehen, das von mir getrennt ist.

Ich wähle innerhalb einer vollständigen Schöpfung. Ich erschaffe nicht. Ich wähle.

Und so bekamen all die Methoden, mit denen ich mich jahrelang beschäftigt hatte, einen anderen Platz: Sie mussten nicht falsch sein. Sie mussten nur nicht mehr notwendig sein.

Und endlich verstand ich auch meine Unruhe mit der Spiritualität

Warum sollte ich mein gesamtes Leben damit verbringen, mich zu reparieren, wenn ich Gott bin?

Warum müsste ich erst jeden Schatten finden, jede Wunde heilen, jeden Glaubenssatz verändern und jedes Muster aufarbeiten, bevor ich vollständig sein darf?

Natürlich darf ich heilen. Natürlich darf ich Therapie machen, meine Vergangenheit verstehen, mein Nervensystem unterstützen oder mich persönlich entwickeln. Aber ich erkannte den Unterschied:

Ich kann etwas tun, weil es mir guttut. Ich muss es nicht tun, damit ich endlich etwas haben darf.

Das war für mich riesig, ehrlich gesagt. Denn damit hörte diese endlose spirituelle Suche plötzlich auf, eine Voraussetzung zu sein.

Es muss nicht hinter jedem gelösten Thema das nächste warten. Ich bin kein lebenslanges Reparaturprojekt.

Auch Tarot bekam dadurch einen anderen Platz

Und rückblickend verstand ich plötzlich besser, warum mich bestimmte Formen des Kartenlegens immer gestört hatten.

Wenn ich Gott bin (Du Gott bist) warum sollte eine Tarotkarte über dir stehen? Sie kann dir etwas zeigen, eine Perspektive eröffnen; sichtbar machen, was du gerade nicht siehst. (Und das war auch immer mein persönlicher Ansatz) Sie kann faszinierend präzise sein, aber sie ist eben nicht die Autorität.

Und genau deshalb hatte sich dieses reine „Sag mir, was passieren wird“ für mich wahrscheinlich schon immer so eklig angefühlt. Es legt die Antwort wieder irgendwohin. In die Karten, in die Zukunft, zum Kartenleger oder ins Schicksal.

Dabei wollte ich mit meinen Legungen eigentlich immer etwas anderes erreichen: Klarheit schaffen, Zusammenhänge zeigen und Menschen wieder in eine Position bringen, aus der sie selbst mit ihrem Leben umgehen können!!

Erst jetzt verstand ich, was dahinter für mich immer gefehlt hatte: Autorität.

Von dort aus fiel ein Stein nach dem anderen

Wenn ich Gott bin, gibt es keine Trennung.

Wenn es keine Trennung gibt, kann Schöpfung nicht irgendwo außerhalb von mir auf mich warten.

Wenn die Schöpfung vollständig ist, muss ich nichts erschaffen.

Wenn ich nichts erschaffen muss, brauche ich keine Methode, um eine getrennte Realität zu verändern.

Und wenn ich die Quelle bin, muss ich auch niemand werden, um irgendwann würdig genug für eine bestimmte Erfahrung zu sein.

!!!

Mei Future Self oder Higher Self, oder was auch immer, steht nicht über mir. Mein Unterbewusstsein steht nicht über mir. Mein Nervensystem steht nicht über mir. Meine sogenannte Vergangenheit steht nicht über mir. (Zeit ist auch nur eine Illusion. dazu vielleicht an anderer Stelle mehr) Mein Kontostand steht nicht über mir. Eine Tarotkarte steht nicht über mir.

Und auch Gott steht nicht irgendwo außerhalb von mir und entscheidet, ob ich darf.

Ich bin die Autorität und ich meine das nicht im Sinne von Kontrolle über andere Menschen oder jedes Ereignis meines Lebens.

Sondern einfach im Sinne dessen, was ich bin.

Und das gilt nicht nur für mich

Ich habe die Bibel gelesen, weil ich Gott gesucht habe.

Und am Ende führte mich diese Suche ausgerechnet zu einer Erkenntnis, mit der ich nicht gerechnet hatte:

Ich bin Gott.

Aber wenn das stimmt, kann es keine Erkenntnis sein, die nur für mich gilt. Denn wenn Gott alles ist, bist auch du nicht außerhalb davon.

Du bist nicht ein Mensch, der irgendwo innerhalb einer riesigen Schöpfung sitzt und versucht, Kontakt zu ihrer Quelle aufzunehmen. Du musst Gott nicht finden, dich nicht mit der Quelle verbinden und auch nicht spirituell genug werden, um ihr näherzukommen.

Auch du bist Gott.

Vielleicht verändert dieser Satz für dich erstmal gar nichts. Vielleicht protestiert sofort etwas in dir. Vielleicht klingt er zu groß, zu radikal oder vollkommen anders als alles, was du bisher über Gott und die Welt gelernt hast.

Dann lass ihn erstmal genauso stehen.

Denn interessant wird er eh erst in seinen Konsequenzen. Wenn du Gott bist, wonach suchst du dann noch außerhalb von dir?

Was genau soll dir eine Methode geben, das du als Quelle nicht bereits bist?

Welche Instanz muss deine Wünsche genehmigen?

Welcher Teil deiner Vergangenheit muss erst repariert werden?

Welche zukünftige Version deiner selbst soll vollständiger sein als du jetzt?

Und warum zur Hölle sollte dein Leben eine endlose spirituelle Suche danach sein, endlich richtig, geheilt, bereit oder angekommen zu sein?!!

Vielleicht darf Spiritualität irgendwann aufhören, eine endlose Suche zu sein…

Vielleicht darf Tarot wieder Werkzeug sein. Ein Ritual darf Ritual sein. Heilung darf Heilung sein. Persönliche Entwicklung darf Entwicklung sein. Du darfst all diese Dinge lieben, nutzen und erleben, ohne ihnen die Aufgabe zu geben, dich irgendwann zu dem zu machen, was du längst bist.

Und vielleicht musst du auch Gott nicht länger dort suchen, wo du selbst nicht bist.

Ich dachte, ich würde beim Lesen der Bibel herausfinden, wer Gott ist. Am Ende beantwortete sich die Frage: Wer bin ich, wenn ich niemals von Gott getrennt war?

Meine Antwort darauf kennst du inzwischen. Jetzt bleibt noch deine…

ICH BIN.

→ Gott als Bewusstsein verstehen